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Faszination Holzschnitzerei in Tradition

Die Region Südtirol im Norden Italiens besticht vor allem durch die atemberaubend schöne Landschaft inmitten der Alpen und durch das mediterrane Klima. Südtirol war schon immer ein Grenzland und Land der Gegensätze. Dementsprechend vielseitig ist Südtirols Bevölkerung. Fremde Einflüsse haben das Land von jeher inspiriert, andererseits auch dazu gebracht, an den eigenen Wurzeln festzuhalten. Die Südtiroler gelten als gastfreundlich und aufgeschlossen. Als Charaktereigenschaft scheinen sich Sturheit und Flexibilität nicht zu widersprechen.

Das Grödnertal ist für die jahrhundertalte Tradition der Holzbildhauerei weltbekannt. Das von Generation zu Generation überlieferte Kunsthandwerk entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem kulturellen Mittelpunkt, wobei die Bevölkerung des kleinen ladinischen Tales stark geprägt wurde. Die Kunst der Holzschnitzerei geht auf das 16. Jahrhundert zurück. Zuerst nur ein Zeitvertreib für die langen schneereichen Winter, wurde sie später ein Kulturelement von erheblicher Bedeutung.
Anfangs wurden Spielzeug, Werkzeuge und Haushaltsutensilien geschnitzt, später kunsthandwerkliche Gegenstände, die man auf den Frühjahrsmessen verkaufte, um das magere Auskommen aus der Landwirtschaft aufzubessern. In der Folgezeit widmeten sich die Schnitzer auch künstlerischen Skulpturen und die Holzskulptur wurde zu einer anerkannten und weltweit bekannten Kunst.

Heute lassen Handwerker diese alten Traditionen in Objekten wiederaufleben, die sowohl die Geschichte als auch den Zeitgeschmacks widerspiegeln.
Die Holzskulpturen werden zum Großteil von Hand gefertigt. Die dargestellten Motive stammen aus der religiösen Tradition des Alpenraums, inzwischen haben aber auch Skulpturen profanen Charakters einen immer größeren Erfolg.

Herstellung in der heutigen Zeit

Die Fertigung der Einzelstücke erfolgt nach genauester Absprache mit dem Kunden. Den Möglichkeiten sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Jedes Unikat wird mit einem Bleisiegel versehen und mit einem Zertifikat bestätigt.

Die vorgefertigten Figuren in Produktion werden teils maschinell, der letzte Feinschliff aber immer manuell ausgeführt. Fachkundige Künstler aus den Kunstschulen von St. Ulrich und Wolkenstein arbeiten die Grundmodelle aus: wahre Kunstwerke, geschaffen mit der kreativen Kraft des Einzelnen, immer wieder neu und anders.

Diese Modelle werden in Bronze gegossen, um dann vervielfältigt zu werden. Aus den Holzrohlingen werden auf dem Pantograf von einem fachkundigen Handwerker Skulpturen hergestellt, die manuell nochmals bis in die kleinsten Einzelheiten ausgearbeitet werden.

Die kleinen Kunstwerke werden jetzt teils geschliffen, teils geschnitzt. Soweit eine Dekoration vorgesehen ist wird das Stück von erfahrenen Fassmalern gefasst bzw. gebeizt, nach Bedarf mit Echtgold vergoldet oder anderes. Auch hier sind die Möglichkeiten sehr vielfältig und lassen wieder jede Figur gewissermassen zu einem Einzelstück werden.

Die Holzschnitzereien bieten für jeden Geschmack das Richtige. Das Angebot umfasst:

-          Sakrale Holzskulpturen
-          Weihnachtskrippen
-          Profane Holzskulpturen (Schachspiele, Tiere, Sportler, Clowns)
-          Holzskulpturen aus Geschichte und Kunstgeschichte uvm....

Das Holz aus den Bergwäldern eignet sich am besten für die Kunst des Schnitzens. Stamm für Stamm wird es in Brettern geschnitten, die dann zu kleineren Holzklötzen verarbeitet werden, je nach Größe der Skulptur, die daraus geschnitzt werden soll.

Unsere Holzschnitzereien sind kleine, wertvolle Kunstwerke. Gedacht sind sie für alle, die den Wert des handwerklichen Könnens zu schätzen wissen und sie im eigenen Heim oder in der Erinnerung liebenswerter Menschen aufleben lassen wollen.

Die Weihnachtskrippe

Einst Hauptmotiv der Grödner Schnitzkunst, wird die Krippe heute in vielen Stilarten ausgeführt: altertümlich klassisch bis modern. Diese Krippen sind ein wertvolles Familiengut, Jahr für Jahr geschätzt und ausbaubar.

Ursprung und Bedeutung der Krippe:

„Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass Maria gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatte sonst keinen Raum in der Herberge.“ (Lukas 2, 6-7)

Das Lukasevangelium, das über Jesu Geburt erzählt, wurde schon sehr früh auf Bildern dargestellt. So geht das erste Weihnachtsbild auf das 4. Jahrhundert zurück und zeigt das liegende Jesuskind mit der Mutter Maria. Allerdings waren die Darstellungen nicht zahlreich und befanden sich meist auf Steinsarkophagen.

Sehr ausführlich dargestellt wurde das Weihnachtsgeschehen vom Hl. Franziskus im Jahre 1223. Er gestaltete den Weihnachtsgottesdienst vor einem hölzernen Futtertrog und brachte einen lebenden Ochs und Esel mit. Auf diese Weise konnte den Gläubigen das Ereignis der Geburt Jesu näher gebracht werden. Die Krippe übte eine außergewöhnliche Anziehungskraft auf das Volk aus. Jesus wurde als armes Kind von einer Frau zur Welt gebracht.

Die Armut und die natürliche Geburt des Sohn Gottes machen Jesus den Menschen gleich; sie können sich mit ihm identifizieren. Auch der Gegensatz zwischen arm und reich, verkörpert von den Hirten und Königen, hebt sich vor dem Sohn Gottes auf. Alle liegen ihm demütig zu Füßen.
Die Jesuiten und Franziskaner trugen den Krippengedanken erfolgreich weit in die Welt hinaus: Zahlreiche Weihnachtsspiele wurden aufgeführt, es entstanden Fresken, Wiegen wurden vor den Altären aufgestellt und Altäre wurden mit Weihnachtsdarstellungen geschnitzt.

Weihnachtsdarstellungen gehen in Südtirol weit zurück und befinden sich auf alten Handschriften und Siegeln. Sogar die Frühgotik ist vertreten mit Weihnachtsbildern in der Kapelle von Schloss Tirol, in der Schlosskapelle von Hocheppan und im Kreuzgang von Brixen. Das Fresko der Anbetung der Hl. Drei Könige in der St.Jakobskirche in Gröden ist nur eine der zahlreichen Weihnachtsdarstellungen der Spätgotik in unserem Land. All diese Darstellungen, genauso wie die berühmten Krippenaltäre in Südtirol, stellen eine Zwischenstufe zur eigentlichen Krippe dar.

Im Zeitalter der Aufklärung wurden die Krippen aus den Klöstern und Kirchen verbannt. Die Verbote sollten aber die Gläubigen nicht daran hindern, auf ihre lieb gewonnene Krippe zu verzichten, so holten sie sich die Krippen in ihre Häuser. Die Krippe fand so Eingang in Bürger – und Bauernhäuser. Handwerker und Bauern nahmen sich dieser Kunstfertigkeit an, besonders in Gröden, wo sich zahlreiche Bauern in der kalten Jahreszeit als Zuerwerbsmöglichkeit der Schnitzkunst widmeten. Die meist primitiv geschnitzten Krippenfiguren fanden reißenden Absatz und sind heute von hohem volkskundlichen und kulturgeschichtlichen Wert.

Die Grödner Holzschnitzer wurden zu Meistern des handwerklichen Könnens und die sakrale Schnitzkunst erlebte einen beachtlichen Aufschwung. Zahlreiche Kunstwerkstätten in Gröden besaßen geradezu das Monopol in der Ausführung der Krippen, die weltweit exportiert wurden.
Als älteste, bis heute erhaltene Krippe Grödens, kann die barock geschnitzte Anbetung der Hl. Drei Könige aus der Vinatzerwerkstatt bezeichnet werden. Dieses Meisterwerk barocker Krippenkunst des 18. Jahrhunderts, wurde für längere zeit in der St. Jakobskirche oberhalb von St. Ulrich aufgestellt und befindet sich heute im Heimatmuseum von St. Ulrich.

Heute haben sich zahlreiche Holzschnitzerei Werkstätten zum „GARDENA ART Holzschnitzerei Werkstätten Verband“zusammengeschlossen und setzen die drei Jahrhunderte alte Tradition des Holzschnitzens fort, wobei das Gardena Art Markenzeichen für die Qualität und den Ursprung der hochwertigen Holzschnitzereien bürgt.
Nach wie vor nimmt die Krippe in der Holzschnitzkunst eine bedeutende Rolle ein.Eine handgeschnitzte Krippe ist ein wertvolles Familiengut, welches Jahr für Jahr zur Weihnachtszeit zum Mittelpunkt wird und der ganzen Familie eine besondere Weihnachtsstimmung verleiht. Die Kinder scharen sich um die Krippe und ihre Augen strahlen im Schein des Kerzenlichts große Freude aus.

Die Krippenkunst im 20. Jahrhundert war von Stilrichtungen vertreten, die vom volkstümlichen, traditionell klassischen bis hin zum modern figurativen reichten. Einige Bildhauer erreichten sogar künstlerisches Format...
Die Tradition der Krippenkunst, die über Generationen ausgeführt wurde, wird noch heute fortgesetzt und kann auf Ausstellungen bewundert werden.